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Von online-redaktion - Geschrieben am 28.07.2009, 17:07

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Nach mehr als einem Jahr darf im Freiburger Kneipenviertel und auf öffentlichen Plätzen von Freitag bis Montag wieder Alkohl getrunken werden. Das hat der Verwaltungsgerichtshof entschieden. Ein Jurastudent hat das Alkoholverbot in seiner Heimatstadt gekippt.

Komasaufen, Randale und Verletzte: Weil Kriminalität und Gewalt zugenommen hatten, wollte die Stadt mit dem Alkoholverbot dagegen vorgehen. An dem Ziel,  Kriminalität und Gewalt einzudämmen, hatte der Senat nichts auszusetzen. Der Weg, dieses zu erreichen, sei jedoch falsch, betonten der Richter bei der Urteilsverkündung.  Das Verbot verstoße gegen Freiheitsrechte.

Die einen sehen im Alkohl eine Droge, die anderen ein Genussmittel. Bedauerlicherweise kann so mancher Jugendliche nicht mehr ohne Alkohol… Die Genuss-Sucht ist schwer zu kontrollieren. Ausgelassen feiern - ohne Alkohol ist für viele junge Leute ein Widerspruch.  Mit Alkohol im Blut sinkt schnell die Hemmschwelle. Mancher Jugendlicher neigt dann zur Gewalttätigkeit.

Nicht konsequent

Um Exzesse von Jugendlichen zu vermeiden, haben viele Städte in Deutschland das Trinken in der Öffentlichkeit verboten.  Zu bestimmten Anlässen wird es jedoch regelrecht institutionalisiert:

Wie weit darf der Staat gehen? Schließlich ist er in seiner Einmischung derart inkonsequent, dass er eine ganze Reihe von Ausnahmen zulässt: Oktoberfest, Fastnacht und Karneval - um nur einige zu nennen.  Erwachsene trinken in der Öffentlichkeit hemmungslos. Sie sollen ein Vorbild für Jugendliche sein?

Was meinen Sie? War die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes richtig? Oder brauchen wir Verbote, um Jugendliche vor den Folgen des Alkohols zu schützen?
Von Julia Ebner

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Kommentare (11)

Geschrieben von
Stephan
am 28.07.2009
um 17:42 Uhr

Ich denke, ein Alkoholverbot macht überhaupt keinen Sinn! Das Problem verlagert sich doch nur… Die Jugendlichen trinken dann eben zu Hause und treffen sich dort mit ihren Freunden. Der richtige Umgang mit Alkohol wird jungen Leuten durch ein Verbot an öffentlichen Plätzen jedenfalls nicht beigebracht.

Geschrieben von
Manuel
am 28.07.2009
um 19:44 Uhr

Dem stimme ich zu. Das gemeinsame Beisammensein - auch mit dem Trinken von Alkohol - ist doch von der Gesellschaft akzeptiert. Jugendliche ahmen doch nur Erwachsene nach, um selbst als erwachsen zu gelten. Ein Verbot hilft da aber nicht weiter. Neue Vorbilder braucht das Land.

Geschrieben von
Verena
am 28.07.2009
um 19:49 Uhr

Aus zwei Gründen ist es richtig, dass das generelle Alkoholverbot in der City aufgehoben wurde.

Das Problem am Koma-Sauf-”Kult” ist nicht das WO, sondern das WARUM. Ein Verbot beseitigt nicht die komplexen Ursachen, die Jugendliche (und auch Erwachsene, nicht zu vergessen) dazu antreiben, sich so lange zu betrinken, bis sie nur noch randalieren, pöbeln, zerstören und schlagen.

Und zweitens fühle ich mich ganz persönlich in meiner Freiheit eingeschränkt, wenn es mir grundsätzlich verboten wird, friedlich und harmlos ein Schlückchen Rotwein an einem gemütlichen Plätzchen in der Innenstadt zu genießen. (Natürlich im Pappbecher wegen der Glasscherben!)

Klar sieht eine stark gesunkene Gewaltstatistik auf den ersten Blick super aus und spricht für den Erfolg des Alkoholverbots. Mit den Statistiken ist das jedoch so eine Sache. Geht aus den Zahlen auch hervor, ob sich die Zahl der Gewaltdelikte zur gleichen Zeit an einem anderen Ort der Stadt erhöht hat?

Geschrieben von
Kontrabass
am 29.07.2009
um 16:59 Uhr

Die Gesellschaft reagiert auf den grassierenden Jugendalkoholismus mit Symptombekämpfung. Lokale Alkoholverbote und nächtliche Verkaufsverbote werden trotz starkem Widerstand der Alkohollobby eingeführt, aber auch mehrmals schon durch Gerichtsbeschlüsse wieder aufgehoben, weil gesetzliche Grundlagen ungenügend seien. Die deutsche Drogenbeauftragte, Sabine Bätzing, muss eingestehen, dass ihr Ziel, einen Aktionsplan für Tabak und Alkohol durchzubringen, nicht erreicht werden konnte. Die Regierung hat sie ausgebremst. Dass sie kurz vor den Wahlen Schulprävention propagiert, ist wohl bei deren bekannten Unwirksamkeit auch bloss ein Strohfeuer. Die Dummen sind wir alle.Vor allem auch die schweigende Mehrheit der mässig Konsumierenden. Die verminderte Lebensqualität und die horrenden Sozialkosten, die nur zum kleinen Teil durch Alkoholsteuern gedeckt sind, werden brav Jahr für Jahr in Kauf genommen. Ohne Druck von unten wird aber keine Regierung Mut fassen und wirksame Massnahmen erwägen. Es wird bei Alibiübungen bleiben. Die bei steigendem Jugendalkoholismus sich in der Zukunft abzeichnenden Alkoholschäden könnten unsere Sozialsysteme überfordern. Dann kommt eine Reaktion reichlich spät.

Geschrieben von
Miriam
am 29.07.2009
um 17:34 Uhr

Jugendliche, bzw. 27-jährige Erwachsene fühlen sich in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt? Aber die verursachte Schweinerei darf dann
gerne die *sogenannte Gesellschaft* entfernen. Wer die
Plätze und Straßen nach solchen exzessiven Saufereien gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Ich hoffe daher für
Herrn J.Ph.Thurn nicht, dass er seine Kanzlei oder seinen Arbeitsplatz an einem solchen Brennpunkt haben wird und diesen morgens vor der Arbeit über Glascherben bzw. Erbrochenes betreten muss. Wer seine in jeder Beziehung
persönliche Freiheit über alles stellt, vergißt nur all zu gerne, dass Demokratie auch Verantwortung bedeutet. Und nicht immer sind an den Problemen *die Anderen* oder *die Gesellschaft* schuld. Das ist allerdings die einfachste Lösung für die Meisten, Ihr ganz persönliches Versagen zu erklären. Leider.

Geschrieben von
Obelix
am 26.08.2009
um 9:38 Uhr

Also es geht nicht draum, Jugendliche vor Alkohol zu schützen oder sie zu einem gemäßigten Umgang mit ihm zu erziehen. Von mir aus sollen sie sich krank und dusselig saufen.
Das Verbot soll die Gesellschaft schützen. Dann ist nämlich Schluss mit der Vermüllung öffentlicher Pläzte. Dann ist Schluß mit derZusammenrottung und Gewaltexzessen. Hier soll der Staat endlich mit aller Härte vorgehen. Ganze Gruppen mitnehmen, eine Nacht einsperren und am nächsten Morgen ihren Dreck selber wegräumen lassen. Das würde helfen. Warum die Jugendlichen saufen, ist mir wurscht. Hauptasche es kehrt wieder Ruhe ein.
Nichts dagegen, wenn Jugendliche in Gruppen zusammenhocken und das eine oder andere Bier trinken. Aber was aus diesen Hocks mittlerweile geworden ist, ist nicht mehr zu tolerieren.

Geschrieben von
Asator
am 15.10.2009
um 15:49 Uhr

Also meiner Meinung nach ist das Verbot “Alkohol-Verbot an öffentlichen Plätzen” ein sinnloses Verbot den schließlich kann man trinken, soviel und wo man will, es stört ja keinen denk ich mal meiner Meinung nach!!

Geschrieben von
Metin2u.FlyffGamerx)
am 15.10.2009
um 15:51 Uhr

kA why ich hier reinschreibe wahrscheinlich ist mir grade so lw und ich schick an alle Metin2 und Flyff freunde nen Gruß raus =DDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDD

[...] In der Stadt Freiburg wurde das bestehende Verbot 2 009 nach einjährigem Bestand vom Verwaltungsgericht gekippt. Ein Jurastudent hatte wegen eines Verstosses gegen die Freiheitsrechte geklagt und Recht [...]

Geschrieben von
Stadtmensch-aus-Überzeugung
am 26.04.2010
um 17:21 Uhr

Natürlich kann und sollte auch jeder friedlich seinen vielfältigen persönlichen Interessen nachgehen können; und wenn dazu ein paar Schlückchen im öffentlichen Raum gehören - Na gut, warum nicht.
Was mich jedoch wirklich stark stört sind gröhlende Gruppen die von 22:00 bis weit nach 04:00 in der Früh’ in guter Regelmäßigkeit meine Familie aus dem Bett holen. Egal ob meine 12 jährige Tochter am nchsten Tag eine wichtige Prüfung schreiben soll; eine schwieriger Arbeitstag bevorsteht oder man einfach nur Nachts schlafen möchte.
Trinken ok! Rücksichtlos seine Betrunkenheit ausleben -> No way!
Wo soll man ansetzen, wenn die Gruppen sich nicht selbst steuern können?

Geschrieben von
Sandra
am 04.07.2010
um 22:01 Uhr

Ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen erhalte ich als persönlich auch für wenig sinnvoll. Vielmehr sollte an den gesunden Menschenverstand eines jeden einzelnen Individuums appelliert werden. Einmal abgesehen davon, wird das eigentliche Problem dadurch ja gar nicht beseitigt sondern nur verschoben. Wie auch immer. Falls jemand nicht auf Alkohol verzichtet und von der Polizei angehalten wird, weil er oder sie betrunken gefahren ist, dann sollte sofort ein Rechtsanwalt mit hinzugezogen werden.

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